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Vier Offizien im "außerordentlichen benediktinischen Ritus" übertragen die Mönche des Klosters Le Barroux künftig live im Internet oder aufs IPhone: Die Prim (7.45 oder 8.00 Uhr), die Sext (12.15 Uhr), die Vesper (17.30 Uhr) und die Komplet (19.45 Uhr). Weitere Informationen sind auf den Seiten der Abtei zu finden.
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Die Tagzeiten - aus der Regel des hl. Basilius
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Die Verteilung der Tagzeiten (Horen) im Stundengebet geht wesentlich auf den hl. Basilius den Großen (329 - 379) zurück, den "Vater des morgenländischen Mönchtums". Seine Mönchsregel übte später großen Einfluß auf den hl. Benedikt und dessen Regel aus. Zum Stundengebet hier einige Auszüge, die sowohl inhaltlich, gewiß aber auch geistlich interessant sind [die Zwischenüberschriften spiegeln nicht das Original]:
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Wenn wir auch ohne Unterlaß beten sollen, auch mitten in unserer Arbeit, so dürfen wir doch die in den Gemeinschaften bestimmten Gebetszeiten nicht versäumen. Wir haben sie mit gutem Grunde gewählt, da eine jede von ihnen an Gottes Wohltaten erinnert.
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[Frühgebet: Jedem Tag aus der Haltung der Freude an Gott begegnen]
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Da ist zunächst das Frühgebet, um die ersten Regungen des Herzens und des Verstandes Gott zu weihen und uns keinen anderen Sorgen zu unterziehen, ohne zuvor uns freudig gestimmt zu haben durch den Gedanken an Gott, wie geschrieben steht: "Ich dachte an Gott und freute mich".
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[Terz: Die tägliche Bitte um den Heiligen Geist]
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Wiederum soll man um die dritte Stunde sich erheben und in Gemeinschaft zusammenkommen, mit welcher Arbeit auch immer der einzelne beschäftigt sein mag. Da erinnert man sich der Verleihung des Heiligen Geistes, der um die dritte Stunde den Aposteln gegeben ward. Alle sollen Ihn einmütig anbeten, auf daß auch sie gewürdigt werden, an der Heiligung teilzuhaben, und sollen Ihn anrufen, daß Er sie führe auf seinem Wege und sie lehre, was nützlich ist, nach dem Beispiele dessen, der da sprach: "Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern!" und "Dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn!"
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[Sext: Gegen den "Teufel, der am Mittag schleicht" - Ps 90]
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Auch um die sechste Stunde halten wir das Gebet für notwendig, nach dem Beispiel der Heiligen, die sagen: "Abends und morgens und mittags will ich erzählen und verkünden, und Er wird hören auf meine Stimme!" Und damit wir von des "mittägigen Teufels" Versuchung behütet werden.
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[Non: In der Nachfolge der Apostel]
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Daß aber die neunte Stunde zu beten uns notwendig sei, haben die Apostel in der Apostelgeschichte uns überliefert. Dort wird ja erzählt, daß Petrus und Johannes um die neunte Stunde des Gebetes zum Tempel gegangen sind.
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[Abendlob: Dank und Selbsterforschung]
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Ist dann der Tag vorüber, so sollen wir danken für alles, was wir in seinem Verlauf Gutes erhalten oder auch Gutes getan haben und sollen bekennen, was wir unterlassen, und für all das Gott im Gebete versöhnen, was wir freiwillig, unfreiwillig oder unwissend in Worten, Werken oder auch im Herzen gesündigt haben. Denn es ist sehr heilsam, das Vergangene zu überdenken, um nicht wieder in ähnliche Sünden zu fallen. Darum heißt es: "Was ihr sprechet in eurem Herzen, das bekennet auf euren Lagern!"
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Sodann sollen wir beten bei Anbruch der Nacht, auf daß wir eine sündlose, von unlauteren Bildern freie Ruhe genießen (...).
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[die Sehnsucht der Seele erneuern]
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Keine von diesen Zeiten dürfen vernachlässigen, die sich entschlossen haben, eifrig der Ehre Gottes und Christi zu leben. Ich halte aber dafür, daß die Verschiedenheit und der Wechsel in den Gebeten und Psalmengesängen zu den bestimmten Stunden nützlich ist, schon weil sonst die Seele in Folge des Einerlei leicht der Erschlaffung und Zerstreuung anheim fällt. Durch den stündlichen Wechsel aber wird die Sehnsucht der Seele erneuert und die seelische Frische wach gehalten.
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Die Verteilung der Tagzeiten (Horen) im Stundengebet geht wesentlich auf den hl. Basilius den Großen (329 - 379) zurück, den "Vater des morgenländischen Mönchtums". Seine Mönchsregel übte später großen Einfluß auf den hl. Benedikt und dessen Regel aus. Zum Stundengebet hier einige Auszüge, die sowohl inhaltlich, gewiß aber auch geistlich interessant sind [die Zwischenüberschriften spiegeln nicht das Original]:
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Wenn wir auch ohne Unterlaß beten sollen, auch mitten in unserer Arbeit, so dürfen wir doch die in den Gemeinschaften bestimmten Gebetszeiten nicht versäumen. Wir haben sie mit gutem Grunde gewählt, da eine jede von ihnen an Gottes Wohltaten erinnert.
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[Frühgebet: Jedem Tag aus der Haltung der Freude an Gott begegnen]
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Da ist zunächst das Frühgebet, um die ersten Regungen des Herzens und des Verstandes Gott zu weihen und uns keinen anderen Sorgen zu unterziehen, ohne zuvor uns freudig gestimmt zu haben durch den Gedanken an Gott, wie geschrieben steht: "Ich dachte an Gott und freute mich".
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[Terz: Die tägliche Bitte um den Heiligen Geist]
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Wiederum soll man um die dritte Stunde sich erheben und in Gemeinschaft zusammenkommen, mit welcher Arbeit auch immer der einzelne beschäftigt sein mag. Da erinnert man sich der Verleihung des Heiligen Geistes, der um die dritte Stunde den Aposteln gegeben ward. Alle sollen Ihn einmütig anbeten, auf daß auch sie gewürdigt werden, an der Heiligung teilzuhaben, und sollen Ihn anrufen, daß Er sie führe auf seinem Wege und sie lehre, was nützlich ist, nach dem Beispiele dessen, der da sprach: "Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern!" und "Dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn!"
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[Sext: Gegen den "Teufel, der am Mittag schleicht" - Ps 90]
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Auch um die sechste Stunde halten wir das Gebet für notwendig, nach dem Beispiel der Heiligen, die sagen: "Abends und morgens und mittags will ich erzählen und verkünden, und Er wird hören auf meine Stimme!" Und damit wir von des "mittägigen Teufels" Versuchung behütet werden.
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[Non: In der Nachfolge der Apostel]
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Daß aber die neunte Stunde zu beten uns notwendig sei, haben die Apostel in der Apostelgeschichte uns überliefert. Dort wird ja erzählt, daß Petrus und Johannes um die neunte Stunde des Gebetes zum Tempel gegangen sind.
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[Abendlob: Dank und Selbsterforschung]
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Ist dann der Tag vorüber, so sollen wir danken für alles, was wir in seinem Verlauf Gutes erhalten oder auch Gutes getan haben und sollen bekennen, was wir unterlassen, und für all das Gott im Gebete versöhnen, was wir freiwillig, unfreiwillig oder unwissend in Worten, Werken oder auch im Herzen gesündigt haben. Denn es ist sehr heilsam, das Vergangene zu überdenken, um nicht wieder in ähnliche Sünden zu fallen. Darum heißt es: "Was ihr sprechet in eurem Herzen, das bekennet auf euren Lagern!"
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Sodann sollen wir beten bei Anbruch der Nacht, auf daß wir eine sündlose, von unlauteren Bildern freie Ruhe genießen (...).
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[die Sehnsucht der Seele erneuern]
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Keine von diesen Zeiten dürfen vernachlässigen, die sich entschlossen haben, eifrig der Ehre Gottes und Christi zu leben. Ich halte aber dafür, daß die Verschiedenheit und der Wechsel in den Gebeten und Psalmengesängen zu den bestimmten Stunden nützlich ist, schon weil sonst die Seele in Folge des Einerlei leicht der Erschlaffung und Zerstreuung anheim fällt. Durch den stündlichen Wechsel aber wird die Sehnsucht der Seele erneuert und die seelische Frische wach gehalten.
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Zitiert nach:
Otto Karrer, Der mystische Strom, München 1926. S. 114 ff.
Was steckt hinter den Horen?
Septies in die laudem dixi tibi ...
"Siebenmal am Tag habe ich Dir Lob gesagt ..."Wer mit dem Diurnale betet wird hin und wieder diesem Psalmwort begegnen. Es steht im 118. Psalm und hat seinen Platz in der Non des Sonntags. "Siebenmal am Tag" (und einmal in der Nacht) ruft die Kirche im außerordentlichen römischen Ritus den Beter, um das Lob Gottes zu singen und die Zeit Ihm zu weihen. Alle sieben "Tages-Zeiten" (Horen) sind im Diurnale enthalten. Das Wort Hore leitet sich vom lateinischen hora - "Stunde" ab, darum nennt man das offizielle Gebet der Kirche auch "Stundengebet".
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Die erste dieser Horen sind die Laudes. Das lateinische Wort laus bedeutet "Lob". Die Laudes sind das Morgenlob der Kirche, das einst zur Morgendämmerung angestimmt wurde - zum Sonnenaufgang, welcher Symbol ist für den Aufgang der Sonne des Heiles: Christus.
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Auf die Laudes folgt die Prim - zu beten zur prima hora, zur "ersten Stunde" das Tages. Hierzu muß man wissen, daß in alter Zeit der Beginn eines Tages nicht um 0.00 Uhr angesetzt wurde, sondern etwa um 6.00 Uhr heutiger Zeitmessung. Setzt man für den Sonnenaufgang - die Zeit der Laudes - 5.00 Uhr an, dann versteht man, warum die Prim um 6.00 Uhr das Gebet der ersten Tagesstunde ist: der ersten Stunde nach Sonnenaufgang.
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Von hier aus erhielten auch die drei nächsten - sogenannt "kleinen" - Horen ihre Namen. Die Terz ist das Gebet der dritten Tagesstunde (wir nennen sie heute 9.00 Uhr), die Sext jenes der sechsten Tagesstunde (12.00 Uhr) und die Non jenes der neunten Tagesstunde (15.00 Uhr).
Am Rande: Die Zeitmessung "zur neunten Stunde" kennen gewiß viele durch eine markante Stelle aus den Evangelien: "Um die neunte Stunde" starb der Herr am Kreuz. Deswegen beginnen die Liturgiefeiern des Karfreitags in der Regel um 15.00 Uhr.Den kleinen Horen folgt die Vesper (von lat. vespera - "der Abend"). Die Vesper ist das Abendlob der Kirche - sie ist, das zeigt auch der analoge Aufbau dieser Gebetszeit, das festliche abendliche Gegenstück zu den Laudes.
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Die Komplet (von lat. compleo - "ich mache vollzählig") vollendet als Nachtgebet den Tageslauf - den der Horen und den der Menschen.
Am Rande: Diese Einteilung ist natürlich stark vom klösterlichen Leben geprägt. Selbst Kleriker, die zum Stundengebet verpflichtet sind, können diese Zeitangaben flexibel handhaben. Laien können quasi umso mehr frei bei Wahl und Einteilung der Zeiten verfahren, zu denen sie am Gebet der Kirche Anteil nehmen wollen.
Wer das Stundengebet zumindest teilweise, aber regelmäßig mit-vollziehen möchte, kann zum Beispiel in einer Woche morgens die Laudes und abends die Komplet beten, in der nächsten Woche morgens die Prim und abends die Vesper. Die kleinen Horen lassen sich auf drei Wochen verteilen: In der ersten Woche betet man gegen Mittag die Terz, in der zweiten Woche zum Mittag die Sext und in der dritten Woche nach dem Mittag die Non. Danach beginnen die Zyklen wieder von vorn. Auf diese Weise taucht man ebenfalls in den vollen Reichtum des im Diurnale enthaltenen Psalmgebets ein.
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